…. die kleinen Marienkäfer.
Mulicolored Asian Lady Bird – Asiatischer Marienkäfer – Harmonia axyrides
Die kleinen Glücksbringer erfreuen jeden Hausbesitzer, wenn er seinen Landeplatz auf der Hausfront findet.
Besonders von der Farbe Gelb ( Klar die Farbe des alten chinesischen Kaisers ) fühlt der Käfer sich hingezogen. Im Herbst, bei sonnigem Wetter machen sich dann die kleinen Glücksbringer auf, um dem gelben Kaiser zu huldigen. Sie sitzen dann zu hunderten, manchmal zu tausenden, auf den hellen Häuserfronten und drängen durch Fenster und Türritzen ins Haus.
Wer sich jetzt an die Invasionen aus Frank Schätzings Roman “Der Schwarm” erinnert fühlt, hat damit ganz recht:
Tausende von kleinen Käfern sammeln sich im Herbst um gemeinsam Winterschlafplätze zu suchen. In Häusern und Gartenlauben werden sie fündig, dringen durch Fensterritze und Türspalten in die von Menschenhand hergestellten frostfreien Höhlen, und verkriechen sich zu hunderten auf Dachböden, in Schubladen und unter der Matratze. Möchte man die Tiere aus dem Haus vertreiben und erschlagen, sondern sie ein dunkelgelbes, stinkendes und bitteres Sekret ab, dessen Flecken lange auf den Teppichfasern, Gardinen und Wänden erhalten bleiben. So die Erfahrungen aus den USA seit 1980.
Im Großen und ganzen sind die possierlichen Tiere, es sind asiatische Marienkäfer mit unterschiedlich vielen Punkten auf ihren Flügeln. harmlos. Zumal sie im Frühling das Haus und die Wohnung unaufgefordert wieder verlassen.
Unterscheiden kann man die heimischen von den eingeschleppten Marienkäfer an der Anzahl der Punkte. Die Mehrzahl der heimischen Marienkäfer haben meist 9 Punkte. Aber auch das ist verschieden, da es über 80 verschiedene Marienkäfersorten gibt. Von rot über gelb bis schwarz gibt es die Unterschiedlichsten Varianten.
Derweil braucht man auch nicht mehr extra in die USA zu fahren, um dem Schauspiel beizuwohnen. Dank den gedankenlosen Einsatz in der europäischen Landwirtschaft ( Hopfenanbau in Belgien, Weinanbau in Frankreich, Gewächshäuser in Deutschland und Holland), haben sich die possierlichen Tierchen auch bei uns stark vermehrt und ihren Siegeszug durch Deutschland von Süden nach Norden fast abgeschlossen. Gestern und Heute gingen die ersten Anfragen bei den Umweltämtern in Paderborn und Bielefeld ein. In Hamburg wurden, die in Frankreich schon seit Jahren als problematisch erkannten Tiere, auch schon gesichtet.
Den Siegeszug beschleunigt hat nicht nur der gedankenlose Einsatz in der Landwirtschaft, sondern ihre Eigenschaft, alles zu fressen, was sie überwältigen können. Also nicht nur die Blattläuse. Sie fressen auch die Larven der Florfliegen und der heimischen Marienkäfer sowie die Eier anderer heimische Insekten, die dadurch verdrängt werden. Natürliche Feinde haben die Asiatischen Marienkäfer hier nicht.
Und wieder mal haben wir Menschen es geschafft, unseren Lebensraum etwas globaler zu machen.
Zu guter Letzt. Die Winzergenossenschaften haben auf die Invasion der Marienkäfer bereits reagiert. Da die Käfer gerne in den Trauben sitzen und im Herbst von dem süßen Saft naschen, lässt es sich kaum vermeiden, das beim Pressen der Trauben, einige der bitter schmeckenden Käfer, mit in den Wein gelangen. Zehn Stück reichen schon um einen Liter Wein nachdrücklich im Geschmack zu verändern.
Der Marienkäferwein wird als bitter, ernussbuttrig, nach Spargel und Paprika schmeckend, beschrieben. Wohl bekommts.
Sven Christeleit
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