Das wahre Buch vom südlichen Blütenland (Nan Hua Zhen Jing)

Das wahre Buch vom südlichen Blütenland (Nan Hua Zhen Jing)

Der Herr der gelben Erde sprach: „Nichts sinnen, nichts denken: so erkennst du den SINN;
Nichts tun und nichts lassen: so ruhst du im SINN; keine Straße wandern: so erlangst du den SINN.

Eigentlich ist alles ganz einfach. Um den SINN zu finden, muss man sich nur frei machen von jeglichem Begehren, vom erreichen wollen, vom Handeln. Man muss der Natur ihren Lauf lassen – Handeln durch Nichthandeln ist die Devise.

Den Sinn kann man weder erlernen, noch in Büchern nachlesen, noch darüber sprechen oder ihn gar Jemandem erklären. Den SINN kann man nur in sich selbst finden.

Der Autor des Buches, der chinesische Philosoph Dschuang Dsi lebte 365 – 290 v. Chr. und war neben Laotse einer der bedeutendsten Taoisten in China. So ist das vorliegende Buch eine umfassende Darstellung des Taoismus und zeigt zumindest den Weg auf um die taoistische Lehre zu verstehen. Denken muss dann wieder jeder selbst, bzw. Nicht-Denken, denn darum geht es letztendlich.

Das Buch ist dabei keinesfalls eine trockene Abhandlung über das Tao. Vielmehr ist es eine variationsreiche Sammlung geschickt formulierter Geschichten, Gleichnisse, Abhandlungen, anekdotenhafter Lehrgespräche und bildhafter Metaphern die auch für den westlichen Leser verständlich sind.

Auffällig ist die teils offene Kritik an Konfuzius. Dieser versucht das menschliche Zusammenleben durch Regeln zu definieren. Im Prinzip genau das Gegenteil von dem was Dschuang Dsi sagt. Er steht dafür allen Dingen ihren natürlichen Lauf zu lassen. Nicht einmischen dann wird alles gut werden.

Nicht ständig versuchen durch seine Taten irgend etwas zu erreichen. Die Dinge um der Dinge willen tun und sich nicht darum bemühen ständig für alles einen Grund zu brauchen.

Erst von Außen aufgezwungene Moralvorstellungen verunsichern die Menschen, erst von außen herangetragenes Wissen verunsichert die Menschen. Nur durch die Abschaffung externer Moral und den Weisen werden sich die Menschen wieder auf ihre Fähigkeiten und ihr Leben besinnen, auf den SINN.

Die Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft werden mehr als deutlich. Je mehr Heilige versuchen, uns zu gängeln und in Regelwerke zu pressen, je mehr Forscher externes Wissen herbeischaffen, desto verwirrter wird die Menschheit und desto weiter entfernen wir uns von uns selbst, vom Glücklichsein, vom SINN.

Letztendlich kritisiert das Buch dann auch sich selbst. Denn auch sein Inhalt stellt externes Wissen und externe Weisheit dar. Letztendlich ist es nur dazu gut, den Leser wieder ein Stück weiter zu verwirren. Oder ist es nur Mittel zum Zweck sich selbst überflüssig zu machen?

Jedenfalls regt es zum Denken an und es liest sich flüssig genug um auch mal einen gemütlichen Nachmittag damit zu verbringen.

Übersetzt und kommentiert wurde das Werk von Richard Wilhelm, seines Zeichens evangelischer Theologe und Missionar der u.A. auch das I-Ging übersetzt hat. Trotz seines christlichen Hintergrundes kommen christliche Moral- und Wertvorstellungen bei der Übersetzung nur recht selten durch, höchstens bei genauerem Hinsehen in seinen Kommentaren.

Fazit:

Lesen!

Dschuang Dsi
Das wahre Buch vom südlichen Blütenland
336 Seiten
Gebundene Ausgabe
Format 18,8 x 13,6 x 3,2 cm
€6,95
ISBN 978-3-7205-3057-6
Diederichs im Heinrich Hugendubel Verlag

Gerhard Zirkel
Berater für klassisches Feng Shui und Qimen Dunjia
www.feng-shui-direkt.de

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5 Kommentare »

  sylvia schrieb am 10 März 2008 um 11:02 Uhr:

Hallo nach Berlin !

Werd es mal lesen, das Buch.

Viel Erfolg bei Deinem heutigen Termin !

müde Grüße aus -wieder- Wien
Sylvia
mit 1/2 Karft voraus

PS. Ich glaub der heutigen Tag ist gespiegelt oder Himmelsplatte und Erdplatte bilden einander ab, sind wahrscheinlich eingeschlafen, auch müde vom Drehen.

  Sven Christeleit schrieb am 10 März 2008 um 19:09 Uhr:

Hallo Gerhard,
ich versuche ja schon seit einigen Blogbeiträgen, den Sinn und tatsächlichen Nutzen der bloginternen Möglichkeit auf ähnliche Artikel, zu ergründen.

Trägt diese Funktion doch mehr zu meiner Verwirrung, als zu meiner Bereicherung bei.
Nehmen wir einmal deinen schönen Beitrag heute.
Sogar mit einem netten Bild.

Thema: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland.
Viele Beiträge über Bücher mit ähnlichem Inhalt, Gedichte oder Berichte über die chinesische Philosophie wurden hier schon geschrieben.
Ich verweise einfach mal auf meinen eigenen vom 1.3.2008:
http://www.haus-bau-planung.de/2008/03/01/das-wahre-buch-vom-suedlichen-bluetenrand/

Welche Vorschläge finde ich oben?
Heilsteine, Garten, zeitlos Wohnen.
Zudem sind Beiträge aus der jüngsten Vergangenheit.
Spannender fände ich es wenn auch ältere Beiträge gelistet werden, die auch wirklich dem geschriebenen Beitrag ähnlich sind.
Ich habe es auch schon versucht. Das lässt sich nicht einrichten.

Drum…..
Tja, ich könnte auf die Funktion verzichten, wenn sie nicht zur punktgenauen Suche beiträgt.
An dieser Stelle möchte ich nochmal auf die bloginterne Funktion hinweisen, die wirklich hilft, alte Beiträge zu listen… Genau… die Funktion Suchen.
Aber wem sag ich das….

Sven

Wahrscheinlich stehe ich da wieder alleine mit meiner Meinung.

  Gerhard Zirkel schrieb am 10 März 2008 um 19:34 Uhr:

Hallo Sven,

Welche Beiträge der Blog als ähnlich ansieht, liegt nur an der Verschlagwortung. Ich habe die Tags in deinem Beitrag um “Dschuang” eränzt und schon zeigt er ihn an. Denn dieser Begriff kommt nur in den zwei Beiträgen vor.

Vorher hat er sich wohl nur an “Buchtipp” orientiert, davon gibt es halt eine ganze Menge.

Ältere Beiträge listet er noch nicht, weil die älteren noch keine Tags haben. Daran arbeite ich, das ist nur eine recht undankbare Tätigkeit und braucht viel Zeit.

Gerhard Zirkel

  Sven Christeleit schrieb am 11 März 2008 um 06:55 Uhr:

Hi Gerhard,
Entschuldigung.
Ich wusste nicht, dass du die Stichwörter alle per Hand eingeben musst. Ich ziehe meinen Kommentar dann natürlich zurück. Ich dachte die Software macht das automatisch, ähnlich der schon einmal von mir beschriebenen bloginternen Suchfunktion.
Gruß Sven

  Feng Shui Erzählungen schrieb am 2 Februar 2011 um 13:39 Uhr:

[...] sicherlich schon. Ihm haben wir u.A. die bislang beste Übersetzung des I-Ging, “das wahre Buch vom südlichen Blütenland” und viele weitere Werke zu [...]

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