Als ich heute früh mein PC einschaltete, schoss mir eine Idee in den Kopf. Ich wurde neugierig herauszufinden, was auf der Welt zum Thema Feng Shui so los ist. Nach kurzer Überlegung, wo ich anfangen könnte, habe ich mich für Polen entschieden. Nein, nicht dass es der Nabel der Welt wäre, nein, aus pragmatischen, sprachlichen Gründen. Wenn man auf fremdsprachigen Websites surft, dann sollte man ein wenig verstehen, worum es geht. Da ich die polnische Sprache aufgrund meiner Herkunft noch, zumindest passiv beherrsche, legte ich los.
Zu meiner Überraschung fand ich sehr gut sortierte Verzeichnisse und sehr aufgeräumte Websites. Klar hier und da sind mir auch Bagua-Spiegel und Delfine um die Ohren geflogen, doch solche Websites zählen eindeutig zur virtuellen Minderheit.
Klassisches Feng Shui mit den auch bei uns anerkannten Lehrer wie Joseph Yu, Howard Choy oder Raymond Lo dominieren den Ausbildungssektor. Dementsprechend gibt es sehr viele Berater, die klassisch arbeiten.
Recht stark scheint die Kombination aus Feng Shui und Kunst vertreten zu sein. Ich fand zahlreiche Künstler, die sich durch Feng Shui inspirieren lassen. Auch Landschaftsgestalter arbeiten mit Feng Shui und kreieren Gärten zu Kunstwerken. Dabei entstehen keine China-Gärten, sondern ansprechende Arrangements, die ich persönlich zwischen Zen- und geomantischen Gärten einstufen würde.
In Sachen Literatur bin ich leider auf keine Überraschungen gestoßen. Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Polen recht viel populärer Literatur internationaler Autoren, die wir alle kennen. Fachbuchbedarf wird mithilfe englischer Werke gedeckt. Schade, ich hätte echt Lust ein polnisches Feng Shui Buch zu lesen… und zu verstehen.
Kurz vor Ende meiner virtuellen Rundreise erlebte ich die größte Überraschung. Auf der Websites eines klassischen Beraters schaute ich mir seine Ausbildungsnachweise und Diplome an. Dabei entdeckte ich ein Zeugnis für Radiästhesie der polnischen Handwerkskammer. Tatsächlich, Radiästhesie ist in Polen ein anerkannter Handwerksberuf!
Eigentlich sollte mich es nicht wundern. Ich erinnere mich, dass mir als Kind (in Polen) Wassersuche oder Hausuntersuchungen mit Rute recht selbstverständlich begegnet worden sind. Die geomantische Tradition hat ihre Wurzel auch im Osten.
Damit steht die nächste Aufgabe für mich fest. Ich versuche herauszufinden, wie die Ausbildungen inhaltlich erfasst sind und welche Prüfungskriterien gelten. Die Ergebnisse werde ich selbstverständlich im Blog präsentieren.
Mit reisefreudigen Grüßen
Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de





