zumindest ab und zu. So wie gestern am frühen Abend in Arte. Im Rahmen der Serie „Wunder Welten“ lieft ein Beitrag zum Thema „Die Heilkraft der Chinesen“. Obwohl in der Sendung kein Wort über Feng Shui fiel, fand ich sie auch für uns, Feng Shui Leute, äußerst interessant und nachdenklich einstimmend.
Im Großen und Ganzen ging es um eine kurze Vorstellung der einzelnen Disziplinen wie Kräuterkunde, Akupunktur oder Tuina. Darüber hinaus wurde sehr viel über das Gesundheitssystem in China berichtet. In den 50er Jahren hat Mao Tse Tung die traditionelle Medizin verbieten wollen. Doch leider gab es kaum Ärzte, die in der westlichen Schulmedizin kündig waren. Also blieb Mao nichts anderes, als die Tradition weiter zu dulden. Er rief eine neue Berufsgruppe ins Leben. Die sogenannten „Barfussärzte“. Sie wurden in wenigen Monaten in die Grundzüge der westlichen Medizin eingeführt und mussten selbst die Kenntnisse der traditionellen Medizin mitbringen. Da sie aber keinerlei medizinische Ausstattung bekamen, blieb ihnen nichts anderes übrig, als weiterhin traditionell zu diagnostizieren und Heilpflanzen verschreiben. Das war der Beginn einer einmaligen Symbiose zwischen der westlichen und der traditionellen Medizin. Heute ist es selbstverständlich in China, dass beide Behandlungsvarianten nebeneinander praktiziert werden. Für akute Fälle, erste Hilfe oder bei Unfällen, wird meistens zuerst die westliche Medizin zur Rettung angewendet. Sobald aber der eigentliche Heilungsprozess beginnt, bedient man sich der traditionellen Methoden oder wird nach der individuellen Mischung zwischen beiden gesucht. Sogar bei vor wenigen Jahren herrschenden Lungenkrankheit-Epidemie wurden die Patienten zuerst mit Antibiotika behandelt und danach sehr individuell, der eigenen Konstitution entsprechend, mithilfe der traditionellen Methoden betreut.
Es hat mich schon sehr überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit die chinesischen Ärzte beide Lehren annehmen und anwenden. Auf eine Diskussion, was ist bewiesen und was nicht oder was ist zugelassen oder nicht bzw. was besser wirkt, würden sie gar nicht kommen. Sie haben auch nie nach Beweisen verlangt, dass unsere Schulmedizin wirkt.
Ernüchternd war leider das Kommentar am Ende der Sendung. Nachdem man zugegeben hat, dass Akupunktur inzwischen weltweit für „ein enges Anwendungsspektrum“ anerkannt wurde und es ist nicht zurückzuweisen ist, dass Chinesen im Durchschnitt viel gesünder sind und älter werden als die westliche Bevölkerung, kam wie erwartet die Einschränkung, dass (sinngemäß) es nicht zu erwarten sei, dass Chinesen ihre Behandlungsmethoden mit soliden wissenschaftlichen Methoden beweisen würden. Als ob 3000 Jahre und Milliarden von Menschen nicht solide genug wären.
Ja so ist es in unserer Welt, lieber krank leben als am Ende gesund sterben.
Wer die Sendung sehen möchte, am Freitag, den 16.11.07 um 12:30 Uhr steht sie wieder bei Arte im Programm.
Mit gesunden Grüßen
Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de





