I Ging in meiner täglichen Arbeit

In meinem letzten Artikel haben wir über Yin und Yang gesprochen. Diesmal möchte ich über das Trigramm Himmel sprechen und dabei aufzeigen wie ich das I Ging in meiner Beratungsarbeit einsetze.

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____________ Himmel

Der Himmel besteht aus drei durchgehenden Yangstrichen: Körper, Seele und Geist sind stark. Die Farben Weiß und Metall deuten auf die Reinheit und Stärke hin. In der Familie steht das Zeichen für den Vater. Die Jahreszeit ist der Hochsommer, wo alles in voller Pracht steht. Die warme Temperatur lässt uns diese Energie spüren. Der folgerichtige Körperteil ist der Kopf. Der Himmel ist der Anfang eines neuen Projektes. Die Kraft drängt auf allen drei Ebenen nach vorne und will sich endlich entfalten. Was zu folgender Situation führt: „Warten“ ist in diesem reinen Zustand ein Fremdwort, man will seine Ideen verwirklichen, und das Potenzial ist dafür auch sehr stark vorhanden. Persönlichkeit: Menschen mit diesen Eigenschaften sind voller Tatendrang, aber ungeduldig gegen über Menschen, die diese Kraft nicht haben. Im harmonischen Zustand motiviert „der Himmel“ andere zu großen Taten. Er hat eine charismatische Ausstrahlung und ist der geborene Führer. Menschen vertrauen ihm und sind bereit, auch schwere Zeiten mit ihm durchzustehen, da sie spüren, dass er zum Wohle aller Beteiligten seine gesamte Yangkraft einsetzt. Im disharmonischen Zustand benutzt dieser Mensch seine Stärke um diktatorisch zu herrschen und jede andere Meinung zu unterdrücken, die Menschen folgen ihm aus Angst oder weil sie sich einen Vorteil erhoffen (Vorteil erhoffen ist eine versteckte Form von Bestechung!). Deshalb werden diesem himmlischen Zeichen nicht nur weise Menschen zugeordnet, sondern auch Diktatoren.

Praxisbeispiel:
Ein Manager kam zu mir, weil er in einem Familienunternehmen mit seinen Entscheidungen meistens nicht durchkam. Ich sollte ihn rhetorisch schulen, damit er in Zukunft seine Ziele erreiche. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er sich viele Gedanken um „sein“ Unternehmen machte und das Beste für alle Beteiligten wollte. Sein Problem war nur, dass er mit seinem Yangkopf (umgangssprachlich Dickkopf) etwas durchsetzen wollte, ohne den anderen Beteiligten die Chance zu geben, die getroffene Entscheidung auch nachzuvollziehen. Letztlich fehlte ihm die Weichheit und das mütterliche Prinzip des Trigramms „Erde“.
Kurzer Einschub: Sein ursprünglicher Auftrag, ihn rhetorisch zu schulen, hätte das überschäumende Yang nur verstärkt. Wichtig war in der Situation vielmehr, die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter zu verstehen, um darauf angemessen reagieren zu können. Wer führen will, muss zumindest gedanklich in der Welt derer sein, die er führt. Bei der nächsten Sitzung und unter Zuhilfenahme einer uralten Entspannungsmethode bat ich ihn, sich einmal in die Situation der anderen Beteiligten hineinzuversetzen und sie zu betrachten. Er war dazu bereit, betonte aber vorher nochmals, dass es für ihn keine Lösung des Problems gäbe (Das waren noch mal Grüße von seinem starken Willen = Yang.). Dies überhörte ich einfach, und er ging dann bereitwillig auf die sehr tiefe Entspannungsreise. Nachdem er hieraus zurückkam, sagte er mir: „Ich habe die Lösung gefunden!“ Mein Kommentar: „Ich dachte, es gibt keine Lösung!“, beantwortete er mit: „Ja, ich weiß, ich bin ein ziemlicher Dickkopf, das höre ich täglich von meiner Frau!“ Das starke Yang/der Himmel verließ zufrieden meine Beratung und konnte in seiner Firma sinnvolle Veränderungen so vermitteln, dass alle Beteiligten bereitwillig an der Veränderung mitarbeiten, und ich durfte das Unternehmen dabei begleiten. Diese Beratung hatte noch ein lustiges Nachspiel. Einige Tage später rief seine Frau an und sagte mit fröhlicher Stimme am Telefon: „Was haben Sie mit meinem Mann angestellt?“ Hintergrund war, dass er zu Hause auch weicher, zugänglicher geworden war, und sie wollte sich einfach nur bei mir bedanken. Anmerkung: Eine solche Arbeit, wie die gerade vorgestellte, kann ich nur leisten, weil ich immer den exzellenten Berater „I Ging“ im Hintergrund habe und alles, was ich tue, hiermit abgleichen kann. Ich habe mit dem Wissen des I Gings einen Controller, der dafür sorgt, dass es nicht um meine Meinung geht. Das ist nur möglich, weil ich durch meine intensive Beschäftigung mit dem I Ging alle Zeichen auswendig kenne.

Hubert Geurts

http://www.deutsches-i-ging-institut.de

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1 Kommentar »

  Sven Christeleit schrieb am 4 November 2007 um 22:08 Uhr:

Guter Bericht.

Endlich mal wieder etwas Bodengrund im Blog.

Sven

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