Yin und Yang oder ohne I-Ging kein Computer

Yin und Yang sind uns aus der chinesischen Kultur bekannt. Sie werden meistens mit Yin (weiblich) und Yang (männlich) beschrieben. Dies ist jedoch nur eine sehr oberflächliche Betrachtung. Im Yin ist „weiblich” nur ein Teilaspekt (den auch Männer haben sollten) genauso wie im Yang das Männliche, welches für den Willen steht viel mehr beinhaltet.

Die Elemente Yin und Yang bilden das Fundament der chinesischen Kultur. Gleichgültig ob wir uns die chinesische Medizin anschauen, die Weisheiten von Konfuzius und Laotse oder die Strategeme (uraltes chinesisches Buch, welches aufzeigt, wie man einen Staat oder ein Unternehmen führt).

Das Beindruckende und zeitgleich Einfache im I Ging ist, dass sich alles auf eine durchgezogene Linie (Yang) und eine unterbrochene Linie (Yin) zurückführen lässt. Durch diese beiden Striche lässt sich letztlich “alles” erklären. Was auf den ersten Blick erstaunlich ist, lässt sich bei genauer Betrachtung in Natur, Technik und somit in unserem täglichen Leben wiederfinden.

Einige Beispiele:

1955 wurde in der Medizin der so genannte DNS Eiweißcode entdeckt, der sich in seiner Struktur auf das I Ging zurückführen lässt. Dies hat Dr. Martin Schönberger in seinem Buch mit dem Titel “I Ging und genetischer Code” sehr treffend beschrieben.

Ein weiteres anschauliches Beispiel dafür, dass die Grundprinzipien des I Ging sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens wiederfinden, ist die Computertechnik. Sie beruht auf den binären Code von Gottfried Leibniz, der auch das Prinzip von 0 und 1 hat = Yin und Yang. Ganz spannend finde ich in diesem Zusammenhang, das Gottfried Leibniz den binären Code sich aus dem I Ging “abgeschaut” hat.

Ein weitere Möglichkeit für Yin und Yang ist, das Yin für die Nacht und das Yang für den Tag steht – Kommen und Gehen, Geburt und Tod, Wachstum und Verfall – ein Kreislauf!

Wer den oben genannten Eiweißcode kennt, könnte Widersprechen und argumentieren, dass die DNS mit vier Basen nämlich Thymin, Adenin, Guanin und Cytosin arbeitet. Tatsächlich haben wir im I Ging auch vier Grundelemente, die sich aus Yin und Yang bilden.

Yin und Yang

Das starke Yin steht z.B. in der Natur für den Winter. Es beschreibt die nackte Erde, auf der nichts mehr wachsen kann und wird wie weiter oben beschrieben, durch einen unterbrochenen Yinstrich symbolisiert.

Das Frühjahr wird gekennzeichnet durch einen unterbrochenen Yinstrich mit einem X. Dieses X in der Mitte symbolisiert das Samenkorn, welches zu einer Pflanze wird.

Der Sommer ist dem starken Yang gewidmet, das – wie oben erläutert – durch eine durchgezogene Linie dargestellt wird. In der Natur steht sie z.B. für eine Blume, die in voller Blütenpracht steht.

Der Herbst, in dem sich die Kraft wieder langsam in den Boden zurückzieht, wird im Chinesischen gezeichnet mit einem Yangstrich und einem Kreis in der Mitte. In der Natur können wir das u.a. erkennen, an einer Blüte, die die ersten Verfallserscheinungen hat und langsam wieder zur Erde wird.

Yin und Yang symbolisieren im I Ging einen immer wiederkehrenden Kreislauf in dem alles was stark wird (wie bei der Pflanze) auch wieder schwach wird und zerfällt. Yin und Yang lassen sich daher auf alle Lebensprozesse übertragen. Aus dem oben genannten Beispiel wird deutlich, dass die einfache oberflächliche Beschreibung von Yin = weiblich und Yang = männlich nicht ausreicht, sondern das mehr dahintersteckt.

Ich wünsche eine gute Zeit und freue mich wie immer auf Reaktionen.

Hubert Geurts
http://www.deutsches-i-ging-institut.de

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6 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 10 Oktober 2007 um 09:19 Uhr:

Hallo Hubert,

dass sich mein Computer durch Yin und Yang definieren lässt war mir schon lange klar: mal funktioniert er wie er soll – mal nicht :)

Nach welchen Systeme er das tut war mir bislang allerdings unklar. Vielleicht sollte ich diesbezüglich mal ins I-Ging schauen – oder mir endlich einen neuen Rechner zulegen.

Gerhard Zirkel

  Bernhard schrieb am 10 Oktober 2007 um 15:37 Uhr:

Hallo Gerhard
das mit dem Computer ist ganz logisch: wenn er funktioniert, dann ist´s Yang wenn nicht, dann ist´s Yin. Böse Zungen (gehöre ich nicht dazu) behaupten ja, Computer seien generell Yin (weiblich). Weil der Computer versteht zwar was man sagt ( eingibt) aber nicht was man wirklich meint (will).

Hallo Hubert,
vielen Dank für einen fachlich fundierten Beitrag, über den man auch mal eine Weile nachdenken kann und nicht gleich zum nächsten Thema übergehen muß. Ich wünsche mir, daß Du noch tiefer in das Thema einsteigst und noch viele gute Artikel hier veröffentlichst.

Bernhard Steinert

  Hubert Geurts schrieb am 10 Oktober 2007 um 16:49 Uhr:

Gerhard und Bernhard ich danke euch für die Kommentare!

Wenn ihr mehr wissen wollt!
Am 10.11.2007 findet in der Nähe von Düsseldorf ein Tagesseminar zum I Ging statt. :-)

Hubert Geurts

  Sven Christeleit schrieb am 10 Oktober 2007 um 19:55 Uhr:

Ich schließe mich den Vorschreibern an…. mehr davon.

Sven

  Stefan schrieb am 10 Oktober 2007 um 20:08 Uhr:

Hallo Bernhard,

zu der Frage, welches Geschlecht ein Computer hat, gibt es eine nette Geschichte.

Viel Spaß
Stefan

Ein Spanischlehrer erklärte seiner Klasse, dass im Spanischen, anders als im Englischen, die Nomen entweder männlich oder weiblich sind. “Haus” zum Beispiel, ist weiblich: “la casa”, “Bleistift” wiederum, ist männlich: “el lapiz.”

Ein Student fragte, “Welchen Genus hat Computer?” Anstatt einer Antwort teilte der Lehrer die Klasse in zwei Gruppen, Frauen und Männer, und beauftragte sie, selber zu überlegen, ob “computer” männlich oder weiblich sei. Jede Gruppe sollte dazu vier Gründe nennen, die ihre Ansicht unterstützte.

Die Männergruppe entschied, “computer” sollte definitiv weiblichen Geschlechts sein (“la computadora”), weil:
- Niemand außer dem “Erfinder” versteht die innere Logik.
- Die ursprüngliche Sprache, die Computer benutzen, um sich mit anderen Computern zu verständigen, ist für niemanden sonst zu verstehen.
- Auch die klitzekleinsten Fehler werden im Langzeitgedächtnis gespeichert und für späteren “Gebrauch” aufgehoben.
- Sobald du dich zu einer /m Computer “bekannt” hast, stellst du fest, dass du mindestens die Hälfte deines Gehalts für Zubehör ausgeben musst.

Die Frauengruppe dagegen entschied, dass Computer männlich sein sollte (“el computador”), weil:
- Um überhaupt irgendetwas damit zu machen, muss man den Computer “anmachen”
- Sie haben eine Menge “auf dem Kasten”, aber können trotzdem nicht selber denken.
- Sie sollen dir eigentlich bei der Lösung von Problemen helfen, aber die Hälfte der Zeit SIND sie das Problem.
- Sobald du dich für einen entschieden hast, musst du feststellen, dass du, wenn du nur etwas länger gewartet hättest, ein besseres Modell hättest bekommen können.

Die Frauen gewannen!!

  Bernhard schrieb am 11 Oktober 2007 um 08:02 Uhr:

Hallo Stefan
das ist wirklich eine nette Geschichte. Ich für meinen Teil habe entschieden, daß Computer , wie alle “lebenden Wesen” mannlich oder weiblich sein können. Und meiner ist definitiv weiblich: wenn ich sie (meine Computessa) am nötigsten habe ist sie beleidigt, sie sieht blendend aus, mit dem neuesten Betriebsystem macht sie ohnehin gerade was sie will und mit USB Stick… (lassen wir das für heute)

gruß
Bernhard

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