Ich bin eine stolze Hütterin von 3 Landschildkröten. Nein, sie sind nicht chinesisch, sondern griechischer Gattung. (P.S. Fußnote für alles Tierschützer: es handelt sich um deutsche Nachzucht mit Registrierung). In ihrem Verhalten kommen sie mir aber vor, als wenn sie Feng Shui gelernt hätten.
Eine heißt Josefine (oder Josef, weil das Geschlecht erst in einigen Jahren feststellbar sein wird). Sie ist der absolute Dickkopf. Egal, wo sie sich in ihrem Gehege befindet, nimmt sie zum Schlafen immer die Himmelsrichtungsachse Nord-Süd. Ihre räumliche Orientierung ist sagenhaft.
Noch spannender finde ich das Verhalten entsprechend der Jahreszeiten. Schildkröten halten ihre Winterstarre im Schnitt von November bis Anfang April (Lehrmeinung der Fachleute). Meine drei, und diese Erfahrung kenne ich auch von anderen Halter, schalten pünktlich zum Beginn des chinesischen Herbstes im August den Stoffwechsel und die Aktivitäten zurück. Josefine ruht seit einer Woche fest unter der Erde. In Fachkreisen wird stets empfohlen, Lampen und Heizung einzuschalten, um die klimatischen Bedingungen in Südeuropa zu simulieren. Das hilft gar nichts. Josefine ruht im warmen Schlafhaus direkt unter der Lampe. Die anderen zwei rennen von der Wärmequelle weg und suchen sich einen echten Yin-Platz. (P.S. Fußnote für Tierschützer: alle Tiere sind ärztlich untersucht und völlig gesund. Das Verhalten ist nicht auf einen Parasitenbefahl oder sonstige Erkrankung zurückzuführen).
Die Erfahrungen, die ich bei der Beschäftigung und Beobachtung der Tiere täglich mache ist wundervoll. Die Ruhe, Gelassenheit und Anmutung, die Schildkröten an den Tag legen, lehrt mich immer wieder aufs Neue, wie existenziell es ist, im Fluß des Tao geschwommen zu werden.
Mit herbstlichen Grüßen
Hedwig Seipel
Schildibegeisterte Feng Shui Praktikerin
www.fengshui-classic.de





