Kalte Dusche

Hallo,

am übernächsten Donnerstag findet das angekündigte EFGB-Treffen der diversen Feng-Shui-Gruppierungen zum Thema Ausbildungs- und Berufsstandards statt. Bisher habe ich mit gewissem Neid in Richtung Österreich geschaut, wo auf der Donau Universität Krems ein regulärer Studiengang Lebensoptimierung Feng Shui angeboten wird. Im bekannten fengshui-forum diskutiere ich gerade mit Peter aus Berlin ein wenig darüber. Wie das Resonanzprinzip so will, flattert mir heute eine sehr kontroverse Meldung auf den Bildschirm:
http://derstandard.at/?url=/?id=2916290

Eine bestimmte Polarität in der Darstellung ist gegeben. Der Autor ist Mitglied im GWUP, einer Organisation die ich persönlich als “blinde Beschützer arroganten Kopflastigkeit” bezeichne. Nun, der Artikel macht seine Runde und es reicht, um Feng Shui einen gewaltigen Dämpfer zu verpassen. Am Donnerstag wird es echt spannend werden.

Viele Grüße

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

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8 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 13 Juni 2007 um 11:07 Uhr:

Hallo Hetti,

dass Feng Shui von unserer heiligen und allwissenden westlichen Wissenschaft belächelt wird, wissen wir doch schon lange.

Irgendwie ist das auch logisch, versetzen wir uns mal in einen Wissenschaftler. Forschungsgelder fallen nicht vom Himmel, sondern kommen entweder vom Staat oder zu wesentlich größeren Teilen aus der Wirtschaft.

Als Wissenschaftler muss man also sehen dass man möglichst viel davon bekommt. Und jeder der da zusätzlich mitmischt stellt eine nicht geringe Gefahr dar.

Und nun kommen da ein paar Feng Shui Fuzzis mit ihrer ach so unwissenschaftlichen Lehre und mischen einfach mit. Und viel schlimmer noch, die Wirtschaft (die eigentlich die Forschung finazieren sollte) fährt auch noch voll drauf ab. Wenn man sich so anschaut wie viele Großkonzerne Feng Shui schon ganz selbstverständlich einsetzen.

Da kann einem als konventioneller Wissenschaftler schon mal das kalte Grausen kommen.

Gerhard Zirkel

  Sven Christeleit schrieb am 13 Juni 2007 um 21:11 Uhr:

Hallo

GWUP hatte schon 2005 meinen Sonderpreis für intelligente und kritische Berichterstattung gegen Feng Shui bekommen.
Diese Gruppe kämpft mit Worten gegen alles was ihr unwissentschaftlich und esoterisch erscheint.
Ein löblicher Versuch, leider kippen sie dabei meistens das Kind mit dem Bade aus und werden selbst zur Inquisition der angeblichen Wissenschaftlichkeit. Sie stehen immer ein Bein neben dem lodernden Scheiterhaufen und Bücherverbrennung ihrer selbstauferlegten Intoleranz.
Ihr sektiererisches Verhalten wird wahrscheinlich vom Sektenbeauftragten der katholischen Kirche bereits beobachtet.
Mein Sonderpreis für ihr Lebenswerk bleibt dennoch bestehen. Auf keiner Seite kann man sich schnell über die verschiedensten Themen informieren. Zudem steht mein Wettbewerb auf meiner Satireunterubrik Feng Shui Kurios. ( Also Satire)
Wer will, kann sich die anderen Preisträger dort ansehen. ( Ein wenig scrollen)

http://www.feng-shui-owl.de/226547/315102.html

Man sollte GWUP nur so ernst nehmen wie sie ernst zu nehmen sind.

Mit Grüßen

Sven Christeleit
http://www.feng-shui-owl.de

  Claudia Schramm schrieb am 13 Juni 2007 um 22:50 Uhr:

Hallo zusammen!

Ich war die letzten Tage in Köln auf dem 31. Evangelischen Kirchentag und da habe ich auch zwei kalte Duschen (bzw. bayerisch: sehr heftige Watschn) bekommen, was die Vereinbarkeit von Feng Shui und christlichem Glauben angeht.
Die erste Watschn: Ein Buch in der Kirchentagsbuchhandlung, das in aller Ausführlichkeit die Grundzüge von Feng Shui, Reiki und Bachblüten (und noch weiteren Themen) beschreibt – ich habe nur quergelesen, aber es war schon sehr ausführlich. Auch die Symbole, die im Reiki verwendet werden, waren erläutert….Und die Kompass-Schule und das Drei-Türen-Bagua und die Unterschiede, also der Autor kennt sich wahrlich aus!
Und dann am Schluss irgendwie die Folerung, dass der ganze “esoterische Quatsch” nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar ist.
Ich habe das Buch ziemlich geschockt wieder hingelegt. Nachdem mein Verstand dann wieder angefangen hat, zu arbeiten, habe ich registriert, dass auf dem selben Büchertisch die Bücher des Dalai Lama verkauft wurden. Meines Wissens nach ist das ein ganz ähnlicher Kulturkreis, aus dem der Dalai Lama stammt, nicht wahr? Offensichtlich ist dieser aber “political correct”. Jedenfalls habe ich beschlossen, dass dieses Buch die Meinung des Autors darstellt, die aber Gott sei Dank nicht notwendigerweise allgemeingültig ist.

Die zweite Watschn: In einer Bibelarbeit wurde die Predigt des Paulus an die Athener ausgelegt – und dort wurde “Feng Shui und Bachblüten” (sic!) als Fehlleitung, als Irrweg (falsche Götter) angeprangert. Offensichtlich hatte der Theologe obiges Buch gelesen.

Mir hat diese Episode geholfen, meine Position deutlicher zu bestimmen. Getreu dem Motto in Köln: “Lebendig und kräftig und schärfer”.

Ich stelle mir dann nämlich die Frage, wie der Beruf des Metzgers mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. (http://lebe-weise.de/2006/03/du-sollst-nicht-toeten/) -. Und dieser Beruf wird in Deutschland nicht hinterfragt.

Liebe Grüße, Claudia

  Gerhard Zirkel schrieb am 14 Juni 2007 um 07:41 Uhr:

Hallo Claudia,

das mit den Religionen, dem Denken und der Toleranz ist so eine Sache. Gerade im christlichen Glauben glaubt man stur alles was in der Bibel steht, ohne es auch nur im Geringsten zu hinterfragen.

Aber alles was sich auch nur einen Millimeter ausserhalb des gewohnten Dunstkreises befindet, wird als Irrglaube abgetan und ist böse.

Dabei hat Feng Shui hier im Westen so viel mit Religion zu tun wie rosa Elefanten, nämlich gar nichts.

Wurde kürzlich nicht eine evangelische Pfarrerin suspendiert, wegen ihrer Beziehungen zu einem Feng Shui Institut? (wenn auch zu einem sehr esoterischen).

Gerhard Zirkel

  Hedwig Seipel schrieb am 14 Juni 2007 um 08:59 Uhr:

Hallo,

Eure Beiträge haben eine sehr interessante Diskussion angstoßen ;-) .
Feng Shui hat wahrlich mit keiner Religion etwas zu tun, es stärkt aber Menschen in der eigenen Selbstbestimmung und macht frei von Dogmen nach dem Prinzip: “nur wenn du so tust, dann wirst du belohnt”. Mao hat in China auch FS verboten, weil er Angst hatte, daß ihm Menchen nicht mehr gehorchen werden. Eine Kirche (ganz bewußt meine ich Kirche und nicht Glaube) kann zwar nichts verbieten, aber auch sie hat Angst ihren Einfluss auf eigene “Schäfchen” zu verlieren. Außerdem sind Menschen, die nicht blind folgen, sondern hartnäckig hinterfragen, sehr unbequem. Sie fordern Antworten, die eine Institution vielleicht gar nicht geben will. Also handeln sie nach dem Motto: alle sind gleich nur wir sind gleicher und wir teilen jede Meinung, sofern sie unsere ist. Dalai Lama in Frage zu stellen, würde die Kirche nicht wagen. Man will sich doch “weltoffen” zeigen. Wenn so viel wie in der Kirche über Toleranz gesprochen wird, dann bleibt keine Energie mehr, diese Toleranz auch in der Praxis umzusetzen. (Wie heißt es in der Quantenphysik: je stärker die Lage/Örtlichkeit eines Teilchens ist = hier das Gerede von Toleranz, umso schwächer ist der Impuls des Teilchens = hier die Umsetzung).
So, das war das Wort zum Donnerstag eines streng katolisch erzogenen und auch so aufgewachsenen Schäfchens auf Abwegen des Feng Shui ;-) ))

Hab’ schöne Zeit,
Hedwig Seipel

  Bernhard schrieb am 14 Juni 2007 um 09:59 Uhr:

Hallo
Wer sich für die Methoden der Kirche und den Umgang mit Andersgläubigen interessiert, dem sei dieses Buch hier enpfohlen.
“Als die Kirche Gott verriet”
. Hier noch der Amazon link.
http://www.amazon.de/Kirche-Gott-verriet-Schreckensherrschaft-Inquisition/dp/3404641833/ref=pd_bbs_sr_1/028-3494413-7735711?ie=UTF8&s=books&qid=1181806985&sr=8-1
Nach Lektüre dieses Buchs gibt es für Normaldenkende nichts mehr zu sagen. Meine Stimmung beim Durchlesen war zwischen Kotzen und Heulen.

Viele Menschen haben eine große Angst davor, mit der Natur und deren Kräften im Einklang zu leben. Wer dies dennoch versucht entgleitet scheinbar einer Kopf- und Macht gesteuerten Theologie die einen jahrhunderte langen Kampf gegen Naturvölker und Naturglauben führt und den vermeindlichen Sieg unserer Zivilisation in Gefahr sieht.
Es gibt einige Bücher vom Stil der von Dagmar beschriebenen. Jedoch: je agressiver der Gegenwind, desto mehr Leute werden sich für das Thema interessieren. Also liebe Kollegen: keep on fighting……..
gruß
Bernhard

  Claudia Schramm schrieb am 14 Juni 2007 um 11:04 Uhr:

Vielen Dank für Eure Antworten und weitere Beiträge! Mir fehlen manchmal die Worte für das, was ich fühle und Hedwig hat es glasklar ausgedrückt: es geht um die Selbstbestimmung. Mein Standpunkt ist jetzt noch ein bisschen schärfer geworden. Danke auch an Bernhard für den Hinweis mit den Naturvölkern. Unsere Gesellschaft ist kopfgesteuert. Verstand ist alles, Gefühl zählt nichts. Kopfmenschen ohne Kontakt zum Bauchgefühl sind manipulierbar. Darum geht es.

Liebe Grüße, Claudia

  Hedwig Seipel schrieb am 14 Juni 2007 um 12:05 Uhr:

Hallo,

Bernhard, ich finde Deinen Beitrag sehr zutreffend. Das Buch werde ich mir bestellen (auch wenn’s mir schlecht wird).
Die Kirche hat irgendwie aus der eigenen Geschichte nicht gelernt. Wie Du sagst, das Verbotene schmeckt am besten. Das hat doch schon Eva gewußt!

Gruß
Hedwig

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