Ich verstehe nur Bahnhof…

Vor wenigen Tagen habe ich in meinem Kurzbeitrag zum Kompass den „Lo Pan“ erwähnt. Prompt bekomme ich einen Anruf einer angehenden Feng-Shui-Beraterin, die recht aufgeregt auf das Thema „Lo Pan“ zu sprechen kam.

Sie hätte in ihrer Ausbildung den Tipp bekommen sich unbedingt einen Lo Pan zu besorgen. Das tat sie auch und nahm das Angebot eines Internetanbieters an, bezahlte fast 250,- Euro und bekam qualitativ ein schönes, glänzendes und gut verarbeitetes Gerät zugeschickt. So weit, so gut alles bestens. Mit Elan machte sie sich an die Arbeit und … sie verstand nur Bahnhof. Dem Gerät lag keine Gebrauchseinleitung, keine Erklärung o.ä. bei. Die Ringe waren mit chinesischen Zeichen beschriftet. Das einzige, was sie entziffern konnte, waren die Trigramme auf dem zweiten Ring, weil sie als Linienzeichen dargestellt waren. Der Kompass in der Mitte funktionierte gut, die Gradzahl aber abzulesen, war für sie unmöglich, chinesisch halt. Nun hat sie 250,- Euro für ein Ausstellungsstück ausgegeben. Klar kann sie für ihre Beratungen das Gerät mitnehmen. Es gibt schon was her, wenn ein Berater über den Grundstück mit so einem tollen Teil herumläuft. Der Klient darf nur nicht fragen, was darauf abzulesen ist.

Sie war nicht die erste, die vor einem Lo Pan wie ein Ochs vorm Berg gestanden hat.

Ein Lo-Pan (geomantischer Kompass) ist ein traditionelles Feng Shui Gerät zur Auswertung der geographischen und landschaftlichen Lage eines Objektes, z.B. eines Gebäudes. Um mit dem Gerät fachgerecht umgehen zu können, ist eine gezielte Schulung erforderlich. Die Inhalte diese Schulung gehen meistens über den Rahmen einer Grundausbildung deutlich hinaus.

Um das Sprachproblem zu lösen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder man lernt chinesisch oder man kauf sich ein Gerät, das in deutsch oder einer anderen Sprache, die man beherrscht, beschriftet ist.

Aus dem Grund hier einige Tipps, wenn Sie ein Lo Pan erwerben möchten:

·        Stellen Sie fest, dass Sie die Beschriftung der Ringe (und davon gibt es bis zu 37) gut lesen können und auch verstehen (nach Möglichkeit ohne vorher ein Chinesischkurs absolvieren zu müssen).

·        Legen Sie Wert auf ein Handbuch, Gebrauchseinleitung oder ähnliches. Lo Pan ist ein sehr komplexes Gerät, oft mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

·        Klären Sie, ob spezielle Schulungen zu dem Lo Pan angeboten werden. Es ist ähnlich wie mit einem Computer, ohne gelernt zu haben wofür welche Taste, hier Ring, dient, kann man das Teil kaum nutzbringend einsetzen.

·        Achten Sie bitte auf die Verarbeitungsqualität und die Qualität des Kompasses in der Mitte (Nadel flüssigkeitsgelagert).

  

Ein Lo Pan macht die Auswertungsarbeit nicht unbedingt leichter aber in jedem Fall komplexer, umfangreicher und professioneller. Die Anschaffung sollte aber gut überlegt sein, denn eine Himmelsrichtung nur zu messen, kriegen Sie viel billiger hin.

P.S. Ich verabschiede mich bis nächste Woche und mache mich auf die Socken zum Symposium.

Schöne Zeit

 

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de 

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5 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 26 April 2007 um 16:57 Uhr:

Naja, wenn sie in ihrer Ausbildung den Tipp bekommen hat sich einen Lo Pan zu kaufen, sollte sie dort auch gelernt haben wie man damit umgeht, welchen sie braucht und auf was man dabei achten sollte.

Ein Lo Pan ist halt mal kein selbsterklärendes Werkzeug für den Laien. Ein Medizinstudent kauft sich ja auch kein Operationsbesteck und beschwert sich dann, das keine Anleitung für die Herz-OP dabei war.

Gerhard Zirkel

  Marianne Rattay schrieb am 26 April 2007 um 18:32 Uhr:

Hallo Gerhard,
Deine Vergleiche werden immer gewagter
Ich hoffe nicht, dass Du morgen ,wenn wir uns auf der JHV sehen, so etwas wie eine energetische Herztranspalntation vor hast . Sonst musst Du am Sonntag zu meinem Workshop “Und was sagt Ihr Schrank dazu” kommen aber bitte ohne “Mords”gefährliche Lo Pans ohne Gebaruchsanweisung.
LG Marianne

  Gerhard Zirkel schrieb am 26 April 2007 um 20:30 Uhr:

Hallo Marianne,

wer nichts wagt, gewinnt auch nichts! – und wenn’s nur Vergleiche sind. Ansonsten kann ich Dich beruhigen, Transplantationen jedwelcher Art habe ich in nächster Zeit nicht vor und als Waffe setze ich meinen Lo Pan eher selten ein, auch wenn er keine Gebrauchanleitung hat :-)

Gerhard

  Sven Christeleit schrieb am 26 April 2007 um 21:56 Uhr:

Nun ja,

Eigentlich ist ein Lo Pan ein Notizbuch mit einem Kompass. Sozusagen Stonehenge im Taschenformat. Ein Werkzeug, dass natürlich nur nützt wenn wenn man den Gebrauch gelernt hat und die Notizen lesen kann. Die Chinesischen Zeichen sind dem nicht chinesisch Lesenden nicht hilfreich und wer die Lehre nicht kennt, kann Ratschläge auf dem Lo Pan auch nicht ablesen.
Es geht auch ohne Lo Pan. Halt mit einem Kompass und einem eigenen Notizbuch, in dem die Ergebnisse stehen.
Ich benutze einen deutschsprachigen Lopan, nutze ihn aber eigentlich nur als Kompass.

Mit Grüßen
und ich halte den Blog für die Zeit des Symposiums in Brühl und der Tagung des Feng Shui Berufsverbandes in Hamburg durch Nichtteilnahme an den Veranstaltungen aufrecht. Die beiden Termine an dem selben Wochenende währen eigentlich einen eigenen Beitrag wert…… aber mein Ego hat keine Lust sich damit auseinanderzusetzen. Mein inneres Ich sowieso nicht.

Sven

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