Das I Ging für Einsteiger – eine Anleitung

Das I Ging ist das älteste philosophische Buch der Menschheit. Es entstand dadurch, dass ein uraltes Orakelbuch ethisch erläutert wurde. Aus primitiven Strichzeichen machte man seelische Bewegungen: es galt, die Keime des Geschehens zu erfassen. Kennt man die Keime, ist alles weitere beeinflussbar. Man baute eine ganze Psychologie hinein in diese Zeilen mit dem ursprünglich einfachen Gegensatz von fest und weich.

So schrieb 1930 Rudolf von Delius in seinem Buch , Das ewige China.

Wer sich diesem Buch nähern möchte, sollte nicht den Versuch unternehmen es einfach zu lesen. Die meisten scheitern irgendwann zwischen der Seite 20 und 83 und legen es überfordert und gelangweilt beiseite. Ich schlage vor, das I Ging Buch zu nutzen. Nutzen als eine Reflektionsfläche für ein selbst gespendetes Biofeedback. ( Sie können dies natürlich auch weiterhin das Befragen des I Gings nennen.)
Was wird dazu benötigt?

1. Eine 1/2 Stunde bis 1 Stunde ungestörte Zeit.

2. Einen ruhigen Raum

3. Eine Ausgabe des I Gings z.B. in der Interpretation von Richard Wilhelm oder R.L. Wing.

4. Drei gleiche Münzen mit einer Kopf und einer Zahlseite; einen Block und einen Stift.
5. Eine Frage die Wichtig ist, oder der Wunsch nach einem ernst gemeintem Ratschlag.

Zu 1
Nehmen sie sich Zeit und den Beratungstermin mit dem I Ging wichtig. Stellen sie das Telefon ab, den Anrufbeantworter an und schicken sie die Kinder auf den Spielplatz.

Zu 2
Machen sie es sich meditativ gemütlich. Lüften sie den Raum, stellen sie eine Kerze oder Blumen auf, trinken Sie Tee oder stilles Wasser und konzentrieren sie sich in Gelassenheit auf die Dinge die sie tuen.

Zu 3
Nutzen sie eine für sie gut verständliche Interpretation des I Gings. Mir hatte am Anfang die Übersetzung von R.L. Wing gefallen: Das Arbeitsbuch zum I Ging und die Übersetzung von Wilhelm Reich. Es gibt aber viele andere ebenfalls gute Interpretationen , die jeder nach seinem Gefühl und Geschmack auswählen mag.

Zu 4
Die Münzen sollten nicht zu groß und nicht zu klein sein. Es müssen keine Chinesischen Münzen sein. Die Größe eines alten 50 Pfennigstückes oder einer 1 Euromünze ist gut geeignet. Den Block und den Stift benötigen Sie um die Ergebnisse der Münzwürfe auf zumahlen und ein ( besser gesagt zwei) Trigramme zu zeichnen.

Zu 5
Überlegen Sie sich eine Frage und schreiben Sie sie auf. Stellen sie die Frage so, dass sie nicht mit ja oder nein beantwortet werden kann. Stellen sie eine Frage mit einer tatsächlichen Bedeutung für Ihr Leben.

Der Münzwurf:
Jetzt werfen Sie die Münzen in die Luft und betrachten das Ergebnis. Je nach dem auf welche Seite die drei Münzen zu liegen kommen, wird eine durchgezogene Linie oder eine unterbrochene Linie unten auf das Papier gemalt.
Zudem können diese Linien auch als sich wandelnde/ bewegte Linien erscheinen. Dann wird hinter Ihnen ein Punkt oder ein Kreuz gezeichnet.

Die beiden übereinander liegenden Trigramme werden von unten nach oben aufgebaut. Der erste Münzwurf gilt für die unterste Linie, der zweite Wurf für die darüber liegende Linie, uns. Insgesamt werden 6 Linien durch den Münzwurf ermittelt.

Dann muss festgelegt werden welche der beiden Münzseiten was bedeutet.
Kopf – Kopf – Zahl: Eine durchgezogene Linie

Zahl – Zahl – Kopf: Eine unterbrochene Linie

Zahl – Zahl- Zahl: Eine bewegte durchgezogene Linie

Kopf – Kopf – Kopf: Eine bewegte unterbrochene Linie

Das Ergebnis:

Wenn Sie bisher alles richtig gemacht haben stehen jetzt 6 übereinander stehende Linien auf Ihrem Notizblock. Diese 6 Linien bestehen aus den unteren 3 Linien und den oberen drei Linien. Dem unterem Trigramm und dem oberen Trigramm.

Anhand einer Tabelle können Sie aus den beiden Trigrammen den Text zu den Orakel ermitteln. Drei durchgezogene Linien unten und drei durchgezogene Linien oben ergibt den Text 1: Die Schöpferische Kraft. War keine der Linien bewegt, können Sie den gesamten Text lesen.

War eine oder mehrere Linien bewegt ( sie haben also entweder einen Punkt oder ei Kreuz hinter die entweder durchgezogene oder gebrochene Linie gemalt), dann wandeln sich diese Linien und es entsteht ein zweites Hexagramm. Waren z.B. die drei unteren Linien in dem oben genanntem Beispiel bewegt., wandeln sich die durchgezogenen Linien in gebrochene Linien. ( Gebrochene Linien wandeln sich in durchgezogene)

In diesem Beispiel entsteht das Hexagramm 12: Die Stockung. Lesen Sie den Text des zweiten Hexagramms.
Um zu erfahren welche Weg das Hexagramm von dem einen Zeichen zum anderen genommen hat, und welche unmittelbaren Ratschläge sich daraus für Sie ergeben, lesen Sie den Text zu den bewegten Linien des ersten Hexagramms. In diesem Beispiel waren es die unteren 3 Linien, also Linie 1, Linie 2 und Linie drei.

Die Tabelle zum Ermitteln der Kapitel, mit den dahinterliegenden Texten finden Sie unter u.a. diesen Links:

www.honc.de/iging/qp/iging_tab.html

gutenberg.spiegel.de/wilhelm/i-ging/iging.htm


Gutes Gelingen

( Es gibt nichts Beständiges im Universum. Alles ist Ebbe und Flut, jede Gestalt, die geboren wird, trägt in ihrem Schoss den Keim des Wandels )

Sven Christeleit

www.feng-shui-owl.de

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8 Kommentare »

  Bernhard schrieb am 31 Januar 2007 um 13:04 Uhr:

Hallo Sven,
Ich verwende f

  Sven Christeleit schrieb am 31 Januar 2007 um 21:38 Uhr:

Hallo Bernhard
die Methode mit den Schafgabestengeln das I Ging zu befragen ist nat

  Wölfin schrieb am 18 März 2007 um 15:01 Uhr:

wo bei dir der schwerpunkt auf w.reich liegt, lese ich richard wilhelm.
in diederichs originalausgabe schreibt richard w. auf seite 338 zum münzorakel, dass schrift als yin gilt. ich lese die zahlenseite also als yin und durchbrochen – die bildseite als yang.
was den rest und die wandlungen angeht, so handle ich wie du.
selber habe ich mich gleichfalls noch nicht mit stengeln befasst. die münzen sind zeitgemäßer, bedürfen aber genauso der ruhe und des respekts, um zum wahren ergebnis zu führen. schön ist, dass du in deiner beschreibung so großen wert drauf legst.

  Sven Christeleit schrieb am 18 März 2007 um 17:19 Uhr:

Hallo Wölfin,

du hast mich dankenswerterweise auf einen Schreibfehler aufmerksam gemacht. Ich arbeite natürlich auch mit der Übersetzung von Richard Wilhelm. Aus einem Grund den ich nicht weiß, verwechsel ich die beiden häufig. Ich ändere meinen Blogtext bei Gelegenheit um. Also nicht wundern wenn dein Kommentar plötzlich nicht mehr passt.
Erst letztens habe ich das I Ging Buch von Claus Claussen entdeckt. I Ging Grundlagen und Deutung. Er beschreibt sehr einfach und Schnörkellos den Zugang zum I Ging. Er rechnet wie im Orginal eine Seite mit 2 und die andere mit 3 und erklärt so wie die Yin und Yang und die satten/ sich wandelnden Linien zustande kommen. Das werde ich ausprobieren und ggf übernehmen.

Sven

  hopi schrieb am 27 Juni 2007 um 10:24 Uhr:

Hallo IGing Gemeinde,
ich habe mich schon seit ca. 4 Jahren mit dem IGing beschäftigt.

Eine tiefschürfende Analyse von den Geschehnissen die in der Zukunft eintreffen könnten, kann man daraus entnehmen und seine Schlüsse ziehen.

Ich habe es schon mit den Münzen probiert und mir Bambusstäbchen angefertigt.

Leider habe ich bisher nirgends im Internet was finden können, wie ich an Scharfgabenstängel komme.

Wenn mir da jemand zu verhelfen könnte, wäre ich ihm sehr dankbar.

  Sven Christeleit schrieb am 27 Juni 2007 um 19:47 Uhr:

Hallo hopi

das Problem kenn ich. Ich habe bisher auch keine gekauften Schafgabestengel gefunden. Selber pflücken.
Ich stell deine Anfrage mal als Blogbeitrag ins Netz. Dann wird er von mehr Menschen gelesen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp.

Gruß Sven

  Renald schrieb am 3 September 2007 um 07:42 Uhr:

Natürlich habe ich auch das Buch von Richard Wilhelm, aber ich verstehe es absolut nicht
und nirgends finde ich eine gute Erklärung.
Was ich nicht kapiere sind so Sätze wie sechs auf dem dritten Platz..oder sechs auf viertem Platz.

Wie um Gottes willen zählt man diese Plätze.

Das Buch gilt als Standardwerk, ich finde aber als unkommentierte Ausgabe ehrlich gesagt sehr schlecht.

  Sven Christeleit schrieb am 24 September 2007 um 22:00 Uhr:

Hallo Renald,
versuchs mit dem Buch:
I Ging von Claus Claussen.
Grundlagen und Deutungen
Schirner verlag Stb

Ansonsten ist es leichter deine Frage zu beantworten, wenn du meinen Beitrag im Blog mit den Münzen liest.
Kurz zusammengefasst:
Kopf zählt drei – drei Dreien sind 9 9 ist Yang also eine durchgezogene Linie
Zahl zählt zwei – drei Zweien sind 6 ist also Yin also eine unterteilte Linie
Beide sind die jeweils höchsten Möglichkeiten von Yin oder Yang ( siehe meinen Text in dem Bericht von den Münzen) und wandeln sich deswegen. Yin zu Yang oder Yang zu Yin.

Das Doppeltrigramm hat 6 Linien, die von unten nach oben aufgebaut werden.

Die vierte Linie ( der vierte Platz ) eine 6 ist somit also eine Yin Linie die sich wandelt. Sie wird von einer gebrochenen Linie zu einer geschlossenen.

Eigentlich ganz einfach…. wenn man es mal verstanden hat.

Mit Grüßen

Sven

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